Zahl des Monats18,4

Sidebar menu

Der Anteil abgegebener Rabattarzneimittel betrug 57,8 % im ersten Halbjahr 2012

DAPI Zahl des Monats April 2013 - Berlin.

Foto: fred goldstein/Shutterstock.com

Seit dem Inkrafttreten des GKV-WSG (Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung) im Jahr 2007 sind die Apotheken bei der Abgabe von Arzneimitteln verpflichtet, vorrangig solche Präparate abzugeben, für welche ein Rabattvertrag nach § 130a Abs. 8 SGB V zwischen pharmazeutischen Herstellern und gesetzlichen Krankenkassen abgeschlossen wurde – sofern die Aut-idem-Substitution nicht vom Arzt ausgeschlossen wurde. Seitdem hat der Anteil abgegebener Rabattarzneimittel deutlich zugenommen.
In der vorliegenden Auswertung wurden die DAPI-Daten von Januar 2011 bis August 2012 hinsichtlich des Anteils der Rabattarzneimittel an allen abgerechneten Fertigarzneimittel-Rezeptzeilen ausgewertet. Es zeigt sich, dass der Anteil der Rabattarzneimittel inzwischen mehr als die Hälfte aller Fertigarzneimittel umfasst und immer noch leicht ansteigt (siehe Abbildung). Im ersten Halbjahr 2011 betrug der Anteil der Rabattarzneimittel an allen Fertigarzneimitteln 54,1 %, im ersten Halbjahr 2012 lag er bei 57,8 % - d.h. der Anteil der Rabattarzneimittel ist in diesem Jahreszeitraum absolut um 3,7 Prozentpunkte angestiegen.
In der Liste der TOP-10-Wirkstoffe nach ATC-Code mit dem höchsten Anteil abgegebener Rabattarzneimittel im Zeitraum von Januar bis August 2012 stehen auf den ersten beiden Plätzen zwei lang wirkende Insulinanaloga mit einem Anteil der rabattierten Arzneimittel von mehr als 95 %. Die Verordnung von lang wirkenden Insulinanaloga zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen ist seit dem Jahr 2010 aufgrund eines Beschlusses des gemeinsamen Bundesausschusses G-BA  nur noch eingeschränkt möglich, wenn nicht beispielsweise durch Rabattverträge die Wirtschaftlichkeit der Versorgung der Versicherten sichergestellt werden kann [1] - was zur Erklärung des hohen Rabattproduktanteils bei diesen Wirkstoffen beiträgt. Bei den restlichen Wirkstoffen aus der TOP-10-Liste handelt es sich um Wirkstoffe, für die es jeweils eine Auswahl an generischen Herstellern gibt. Hier liegt der Anteil der rabattierten Fertigarzneimittel immer bei mehr als 85 %.

Tabelle: Liste der Top-10-Wirkstoffe mit dem höchsten Anteil rabattierter Fertigarzneimittel bezogen auf alle belieferten Fertigarzneimittel-Rezeptzeilen im Zeitraum Januar 2012 bis August 2012 (unter Einschränkung auf wichtige Wirkstoffe mit einem Anteil von mindestens 0,5 Promille an allen abgerechneten Fertigarzneimittel-Rezeptzeilen).

ATC-Code - Wirkstoff

                                                                                                           

Anteil der

rabattierten

Fertigarzneimittel-

rezeptzeilen

A10AE04 - Insulin glargin96,4 %
A10AE05 - Insulin detemir95,8 %
M01AC06 - Meloxicam92,5 %
J01EE01 - Sulfamethoxazol und Trimethoprim90,5 %
C03AA03 - Hydrochlorothiazid89,0 %
M03BX07 - Tetrazepam88,6 %
N02BB02 - Metamizol-Natrium88,4 %
M04AA01 - Allopurinol87,3 %
C09AA05 - Ramipril87,1 %
C03BA10 - Xipamid86,9 %

[1] Deutsche Apothekerzeitung, 153. Jahrgang 2013, Ausgabe Nr. 9, S. 24 (812): Drei Gruppen für Insuline – G-BA hat neue Festbetragsgruppen gebildet.

Abbildung: Anteil der rabattierten Fertigarzneimittel an allen belieferten Fertigarzneimittel-Rezeptzeilen – Zeitreihe monatlich von Januar 2011 bis August 2012

Autor/en:

zurück zur Übersicht