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10 % mehr Patienten mit Antihypertonika

DAPI Zahl des Monats Mai 2010 - Eschborn

Foto: ABDA

Den Welt-Hypertonietag am 17. Mai 2010 hat das DAPI zum Anlass genommen, Daten zur medikamentösen Behandlung der Hypertonie auszuwerten. Es zeigt sich in den letzten Jahren ein deutlicher Anstieg der Patientenzahlen, die Wirkstoffe verordnet bekommen, welche zur Behandlung der Hypertonie eingesetzt werden (siehe Abbildung 1). Allerdings sind mit knapp 19 Millionen Patienten mit Verordnungen im Jahr 2009 die Schätzungen von etwa 24 Millionen GKV-Versicherten mit diagnostizierter Hypertonie und medikamentösem Behandlungsbedarf noch nicht erreicht [1]. Zudem ist zu erwarten, dass viele Verordnungen für Indikationen außerhalb der Hypertonie stattfinden, so dass von einer deutlichen Unterversorgung ausgegangen werden kann. Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass eine Hypertonie aufgrund fehlender Beschwerden häufig nicht bekannt ist und demnach auch nicht behandelt wird. Bei Betrachtung der verschiedenen Wirkstoffklassen, die zur antihypertensiven Therapie eingesetzt werden, stagniert die ATC-Code-Gruppe C02 (Antihypertonika) auf niedrigem Niveau, während bei allen anderen Wirkstoffklassen teilweise deutliche Aufwärtstrends zu verzeichnen sind (Abbildung 2). Beispielsweise wurden 2009 15 % mehr Packungen an ACE-Hemmern im Vergleich zu 2006 abgegeben. Dies entspricht den gängigen Empfehlungen zur antihypertensiven Therapie [2, 3].

[1] Häussler B, Höer A., Hempel E., Klein S. (IGES-Institut): Arzneimittel-Atlas 2009, Urban & Vogel GmbH, München, ISBN 978-3-89935-259-7.
[2] Therapieempfehlungen der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft: Empfehlungen zur Therapie der arteriellen Hypertonie, 2. Auflage, Arzneiverordnung in der Praxis, Band 31, Sonderheft 2 (Therapieempfehlungen), April 2004, verfügbar unter: http://www.akdae.de/Arzneimitteltherapie/TE/Archiv/Hypertonie.pdf (am 05.05.2010).
[3] Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL – Deutsche Hypertonie Gesellschaft: Leitlinien zur Behandlung der arteriellen Hypertonie, Stand: 1. Juni 2008, verfügbar unter: http://leitlinien.net/ (am 28.04.2010).

 

 

Abbildung 1: Pro Jahr behandelte Patienten

Abbildung 2: Abgegebene Packungen nach ATC-Code

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