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(DÄ) Abschaffung der Importquote verlangt

17.09.2018 - Deutsches Ärzteblatt

Foto: DanielW/Shutterstock.com

 
„Die mit der Importquote erzielten Einsparungen sind im Laufe der letzten zehn Jahre stark rückläufig“, sagte Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. So habe die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) nach Berechnungen des Deutschen Arzneiprüfungsinstitutes (DAPI) im Jahr 2017 durch die Importquote rund 120 Millionen Euro einsparen können. Zum Vergleich: Die durch Rabattverträge erzielten Kostenreduzierungen betrugen laut DAPI im vergangenen Jahr vier Milliarden Euro.

Zugleich gefährde die Importquote auch die Arzneimittelsicherheit, so Hermann: „Lange, intransparente und grenzüberschreitende Lieferketten machen Hehlerbanden und Arzneimittelfälschern in der EU das Leben relativ einfach.“ Die gesetzliche Quoten­förderung kurbele das Geschäft in Deutschland weiter an.

„Jeder Apotheker braucht ausreichend Spielraum, um sich bei Sicherheitsbedenken im Einzelfall gegen ein Importmedikament entscheiden zu können“, ist auch DAV-Vorsitzender Fritz Becker überzeugt. Er plädiert dafür, die Importquotenpflicht mithilfe des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) schnellstmöglich aus dem Sozialgesetzbuch streichen.

Die baden-württembergische Ärzteschaft unterstützt die Initiative gegen die Arzneimittelreimportquote ebenfalls. „Arzneimittel spielen bei vielen Therapien eine unverzichtbare Rolle. Umso wichtiger ist die Sicherheit der Medikamente“, unterstrich KVBW-Vorstandsvorsitzender Norbert Metke."

© Deutsches Ärzteblatt / Deutscher Ärzte-Verlag

aerzteblatt.de

www.aerzteblatt.de/nachrichten/97895/Abschaffung-der-Importquote-verlangt

 

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